Gymnasium Bremervörde

Geschichte

Ivar Buterfas für Vortrag und Fragerunde im Bremervörder Gymnasium

Wenn 250 Schüler der Klassenstufen zehn bis zwölf einem Vortrag so gebannt und aufmerksam lauschen, dass man in Redepausen eine Stecknadel fallen hören könnte, ist dies das wohl größtmögliche Kompliment für einen Redner.buterfas01 160121

Gestern [21.01.16] hatten die Bremervörder Gymnasiasten die einmalige Möglichkeit, sich einen bewegenden Zeitzeugenbericht über die Zeit des Nationalsozialismus anzuhören. lvar Buterfas war auf eigenen Wunsch an die Schule gekommen - für seinen, so der 83-Jährige, „allerletzten Vortrag“.buterfas02 160121

Vollständiger Artikel der Bremervörder Zeitung (Redakteur: Theo Bick) hier als pdf-Datei.

„Lerne mit dem Herzen zu denken!“

Zusätzlich zu der Aufführung am vergangenen Dienstagabend (13.10.15) in der Gedenkstätte Sandbostel fand im Gymnasium Bremervörde am Vormittag im Rahmen der außerunterrichtlichen Veranstaltungen der Fachschaft Geschichte unter der Leitung von Fachobfrau Gabriele Kranenberg eine Sondervorstellung der Theaterinitiative Bühnensturm in Hannover für den 11. Jahrgang statt.

geyken kunze

„Das Geheimnis der Erinnerung heißt Versöhnung“ - mit diesem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker wies Schulleiter Tammo Löffler, der die beiden Schauspielerinnen Frau Dr. Geyken (links) und Frau Johanna Kunze am Gymnasium begrüßte, auf die Wichtigkeit von Erinnerungskultur besonders auch für junge Menschen hin. Gerade im Zusammenhang mit den aktuellen Geschehnissen bezüglich Fremdenfeindlichkeit sei es unerlässlich, Schülerinnen und Schülern die Bedeutung von Meinungsfreiheit vor Augen zu führen.

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„Seid frei im Geist und genießt Eure Jugend...!“

„Seid frei im Geiste und genießt Eure Jugend, ich habe sie durch den Krieg verloren! “ - Mit dieser Botschaft verabschiedete sich am Dienstag Michele Montagano, ein ehemaliger italienischer Häftling, der zur Zeit anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Strafgefangenenlagers in Bremervörde verweilt, von den Schülerinnen und Schülern des 10. und 11. Jahrganges des Gymnasiums Bremervörde nach einer 1 ½ stündigen Veranstaltung. Im Rahmen des Projektes „Zeitzeugen berichten“ der Fachschaft Geschichte unter der Leitung von Oberstudienrätin Gabriele Kranenberg besuchte er das Gymnasium Bremervörde, welches in Abständen immer wieder Zeitzeugen begrüßen darf.

Neumann-Montagano-HellwinkelNach einer kurzen Einführung von Dr. Lars Hellwinkel, dem pädagogischen Leiter der Gedenkstätte Sandbostel, über die historischen Hintergründe des Kriegsjahres 1943, die Genfer Konventionen, in der der Umgang mit Kriegsgefangenen geregelt war, berichtete Montagano auf italienisch über seine Erlebnisse, die Frau Laura Neumann aus Heinrichsdorf für die Zuhörer übersetzte.

„ Ich habe immer Nein zu den Deutschen gesagt!“.

Nachdem im Herbst 1943 Italien seinem ehemaligen Verbündeten Deutschland den Krieg erklärt hatte, wurden die italienischen Soldaten als Verräter verhaftet und und einzeln befragt, ob sie bereit wären, mit den Deutschen zu kollaborieren. In diesem Falle wären sie aus der Gefangenschaft entlassen worden.

So wurde auch Michele Montagano am 8. September 1943 zum ersten von mehreren Malen diese Frage gestellt. „Ich habe immer Nein zu den Deutschen gesagt!“Diese Haltung hat Michele Montagano während seiner gesamten Gefangenschaft 1943-1945, trotz der Versuche der Deutschen ihn durch Aushungern umzustimmen, in den verschiedenen Strafgefangenlagern des nationalsozialistischen Systems vertreten und ist bis heute stolz darauf. „Ich wollte meine eigene Ehre und meine Uniform nicht beschmutzen“.

Michele MontaganoMichele Montagano wurde daraufhin von Italien aus zunächst mit einem Gefangenentransport nach Polen, dann weiter in die Ukraine verschleppt und in einem Lager seiner zahlreichen weiteren Stationen traf er seinen Vater wieder, einen italienischen Faschisten, der sich für die Unterschrift unter dem Kollaborationsbericht entschieden hatte. Dennoch weigerte er sich als überzeugter Antifaschist, es seinem Vater gleichzutun und sagte ihm: „Ich mache mein Leben, und du deins!“ Der Vater durfte nach Italien zurückkehren und beim Abschied hatte Montagano das Gefühl, er werde ihn nie wiedersehen.

Mit Näherkommen der russischen Front im Winter 1943/44 wurde er wieder verlegt und kam über mehrere Stationen schließlich im Februar 1944 ins Kriegsgefangenenlager Sandbostel.

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Abiturienten besuchen die Gedenkstätte Bergen–Belsen

Im Rahmen ihres Kursthemas „Gedächtnis- und Erinnerungskultur“ fuhren die Leistungskurse Geschichte des 12. Jahrgangs, begleitet von den Lehrkräften Stefanie Heine, Gabriele Kranenberg und Peter Schwarz, am 20.03.2015 zur Gedenkstätte nach Bergen – Belsen.

Nach der Ankunft wurden die Gruppen durch die Mitarbeiter der Gedenkstätte empfangen und erhielten zunächst einen Einblick in die Entwicklung des KZ Bergen – Belsen.

Ab Beginn des Krieges diente Bergen-Belsen als Kriegsgefangenenlager für französische, belgische und ab 1941 für sowjetische Gefangene. Ab 1943 wurde es zum Konzentrationslager und ab 1944 Zielort zahlreicher Räumungstransporte mit Häftlingen aus frontnahen Konzentrations- und Vernichtungslagern. Insgesamt kamen in dem überfüllten Lager mehr als 52000 Menschen ums Leben. Nach Kriegsende 1945 wurde es mehrere Jahre als Auffanglager für displaced persons genutzt.

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